Die wichtigsten Rebsorten, die Deutschland zu bieten hat

In Deutschland gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Rebsorten. Über 100 Sorten sind bekannt, wovon aber nur etwa 25 auch auf dem Markt eine Rolle spielen. Weißweine dominieren mit 75 Prozent den Weinmarkt. Der Trend allerdings zeigt, dass immer mehr Weintrinker die roten Rebsorten bevorzugen.

Angeführt wird die Liste der weißen Rebsorten vom Riesling, gefolgt vom Müller-Thurgau und Silvaner. Zu den wichtigsten Weißweinsorten gehören in Deutschland der Kerner, Bacchus, die Scheurebe, der Graue und der Weiße Burgunder, die Faberrebe, Huxelrebe, Rebsorten wie Gutedel, Morio-Muskat und Ortega, aber auch Elbling und der beliebte Chardonnay.

Der Spitzenreiter der deutschen Rebsorten ist der Riesling. Sein Aroma wird mit Weinbergpfirsich, Apfel, Grapefruit, Rosenblüte, Honig und frischem Gras beschrieben. Es handelt sich beim Riesling um eine Rebsorte, die langsam reift. Prägendes Element des Rieslings ist die fruchtige Säure. Der Riesling wird vorwiegend in nördlichen Anbaugebieten angebaut. Dort nutzt er die späte Herbstsonne, um eine vollendete Reife zu entwickeln. Die Lage des Anbaus ist für den Riesling wichtig, zweitrangig dagegen ist der Boden, an den diese Rebsorte nur geringe Ansprüche stellt.

Der Zweite unter den Weißweinen in Deutschland ist der Müller Thurgau. Es ist ein frischer Wein, der süffig, oft auch blumig ist, und ein feinfruchtiges Muskataroma bietet.Er ist ein typischer Sommerwein. Müller Thurgau oder auch Rivaner gibt es fast in jedem deutschen Anbaugebiet. Die größten Anbauflächen liegen in Rheinhessen, Baden und der Pfalz. Durch die Ertragsbeschränkung bei den Weinen konnte der Müller-Thurgau positiv punkten, denn mit dem geringeren Anschnitt hat der Rivaner starkes Qualitätspotenzial.

Der Silvaner ist der Dritte im Bunde, der durch seinen Geschmack sehr beliebt zu feinen Spargelgerichten und frischem Fisch ist. Der Silvaner ist anspruchsvoll und benötigt daher einen guten Boden, um sein ganzes Potential entfalten zu können. Frost mag der Silvaner überhaupt nicht, und das müssen oft besonders die fränkischen Winzer schmerzlich erdulden. Aus hohen Erträgen entstehen einfache Zechweine und Weine, die sich besonders für den Export eignen. Dagegen gibt es aber auch höchste Prädikatsweine, wenn der Ertrag entsprechend reduziert wird. DLG-Prämierungen verleihen immer wieder den Beeren- und Trockenbeerenauslesen große Preise.

Immer beliebter werden in Deutschland die roten Reben, deren Qualität ständig besser wird. Die drei beliebtesten Rotweine sind der Spätburgunder, der Portugieser und der Dornfelder. Aber auch Trollinger, Lemberger und Schwarzriesling finden immer mehr Liebhaber, die diese Weine aufgrund ihres vollmundigen Geschmacks zu schätzen wissen. Nicht vergessen darf man aber auch den Regent, Dunkelfelder, die Heroldrebe, Domina und Sankt Laurent.

Platz eins der roten Reben nimmt der Spätburgunder ein. Er ist auch unter dem Namen Pinot Noir bekannt und zählt als König unter den Rotweinen. Erfüllt man dieser Rebe ihre hohen Ansprüche an die Lage und den Boden, dann wird der Winzer mit einem purpurroten und vollmundigen besonderen Wein belohnt. Eine samtige Gerbstoffnote bietet das Geschmackserlebnis von Aromen wie Beeren, Kirschen und auch Vanille. Zu Hauptgerichten mit Wild oder dunklem Fleisch ist der Spätburgunder hervorragend geeignet.

Auf dem zweiten Platz der beliebtesten Reben in Deutschland findet man den Portugieser. Portugieser Reben sind unkompliziert und bieten angenehme Weine, die frisch, vollmundig und süffig sind. Mit nicht zu viel Tannin ist der Portugieser ein Schnellentwickler und dadurch bereits zum Anfang des Jahres ein recht harmonischer Wein, der sich gut trinken lässt. Er hat eine belebende Säure und schmeckt etwas kühler angeboten noch erfrischender. Der verhaltene Duft von Beerendüften, wie zum Beispiel Johannisbeere, Erdbeere oder Himbeere, aber auch Sauerkirsche sind schwach zu erkennen. Auch ein Pfefferton kommt hier und da durch. Er passt zu vielen Gerichten und ist auch als Weißherbst im Sommer sehr beliebt.

Der dritte Rotwein im Bunde ist der Dornfelder. Ihn könnte man noch als Newcomer bezeichnen, der meist aus einer Kreuzung von Frühburgunder/Trollinger und Portugieser/Lemberger entsteht. Ihn findet man fast in allen bekannten deutschen Anbaugebieten für Rotwein. Ist die Rebanlage ertragsreduziert, kann man beim Dornfelder durch die großen blauen Trauben Weine erwarten, die tief dunkelrot bis fast schwarz und besonders farbintensiv sind. Seine taninbetonte Art bietet den Vorteil, dass er auch im Barrique hervorragend ausgebaut werden kann. Auch er passt besonders gut zu Wild und herzhaften Braten vom Rind.

Viele Grüße
Detlef Brinkmann

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