Weinbaugebiet Ahr

Die Ahr ist ein verträumter Fluss, der sich idyllisch durch Felslandschaften im gleichnamigen Gebiet schlängelt. An den kargen Felsen sind die Weinberge zu erkennen, auf denen besondere Weine angebaut werden. Wer Weinkenner werden möchte, der sollte sich nicht nur mit dem Wein, sondern auch dessen Herkunft und Anbau beschäftigen.

Schon zur Römerzeit machte man sich die klimatischen Vorteile beim Weinanbau zunutze die das romantische Tal zu bieten hat. Hier an diesen Hängen gedeiht vor allem der Spätburgunder und der Frühburgunder. Beide Weinsorten können als Spezialitäten der Region gewertet werden. Um an den Steilhängen der Ahr Spitzenweine zu erzeugen, müssen Winzer große Mühen auf sich nehmen. Die Qualitätsweine und Prädikatsweine, die von der Ahr stammen, beweisen allerdings, dass sich die Mühe gelohnt hat.

Die Ahr liegt mit 552 Hektar auf Platz 10 der 13 wichtigsten deutschen Anbaugebiete. Rote Rebsorten verteilen sich dabei auf 480 ha, auf 72 ha wird Weißwein angebaut. Der Spätburgunder nimmt den größten Bedarf mit 339 ha ein, also ungefähr 60 Prozent der Rebfläche ein. Gefolgt wird er vom Portugieser, der auf 46 ha angebaut wird und dem Dornfelder auf 20 ha. Der beliebte Frühburgunder benötigt eine Rebfläche von 35 ha. Im Ahr-Gebiet spielen Weißweine eher eine untergeordnete Rolle, obwohl hier auch eine bemerkenswerte Qualität erreicht wird. Bei den weißen Rebsorten wird vor allem Riesling angebaut.

Im Weinbaugebiet Ahr wächst die Traube auf kargen Böden. Sie bestehen aus Schiefer, Lehm, Kies, Grauwacke und Vulkangestein. Tagsüber speichern sie die Wärme und verteilen diese in der Nacht im richtigen Verhältnis an die Reben. So sind die Winzer in der glücklichen Lage, ihre Trauben rund um die Uhr mit Wärme zu versorgen. Durch die steile Hanglage wird die Nachmittagshitze extrem hoch. Für die Trauben ein Vorteil, die Winzer allerdings ziehen sich dann zurück. Mit 1500 Stunden Sonne im Jahr und den vorteilhaften Bodenverhältnissen haben die Reben an der Ahr die besten Voraussetzungen für ein optimales Wachstum.

Ohne schädliche Umwelteinflüsse und einem Mikroklima, das dem des Mittelmeerraumes ähnlich kommt, sind die besten Voraussetzungen geboten, um deutsche Spitzenweine zu erzeugen. Mit nur jährlich 615 Milliliter Regen ist das Ahrtal ebenfalls in einer guten Position.

Von den 500 Winzern, die die Last der steilen Hänge auf sich nehmen, sind 50 Selbstvermarkter. Alle anderen arbeiten meist als Winzer im Nebenerwerb und liefern ihre Trauben an die vier Genossenschaften des Ahrtales, nach Walporzheim, nach Bad Neuenahr, nach Mayschoß und Ahrweiler. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Events, die die jungen Winzer gemeinsam mit den Genossenschaften auf die Beine stellen um ihre neuen und modernen Weine zu präsentieren. Die Veranstaltungen sind SchlAHRvino, AbsolutWein und Rock & Wein und sollen die junge Generation an die hochwertigen Weine heranführen.

Der Försterhof ist eines der Weingüter, das schon viele Jahre als Familienbetrieb an der Ahr Wein anbaut. Als Gutsausschank 1979 gegründet, haben die Familien Klaus Förster und Bernd Förster den Traditionsbetrieb in altbewährter Weise weitergeführt. Lediglich das Aussehen hat sich in den Jahren 1999 und 2000 sehr verändert. Das gesamte Weingut wurde unter Beachtung von organischen Gesichtspunkten umgestaltet. Inspirieren ließen sich die Försters dabei von Hundertwasser, dem österreichischen Architekten und Künstler sowie von Antonio Gaudi in Spanien.

Das Weingut Jean Stodden dagegen kann auf eine Jahrhunderte alte Tradition im Weinbau zurückblicken. Bereits 1587 wurden von diesem Weingut Trauben angebaut. Aber erst im Jahr 1900 konnte das Weingut Stodden erste große Erfolge verbuchen. Heute leitet Gerhard Stodden das Weingut seines Vater Jean Stodden. Er ist auch der Verfechter für herbe und männliche Spätburgunder-Typen, ganz untypisch für das Weinbaugebiet an der Ahr.

Viele Grüße
Detlef Brinkmann

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