Weinbaugebiet Württemberg

Württemberg ist der, mengenmäßig gesehen, größte Rotweinerzeuger unter den 13 Weinanbaugebieten. 80 Prozent der ausgebauten Weine sind Rotweine. Hang- und Steillagen nehmen 71 Prozent der Rebfläche ein. Teilweise haben die Flächen eine Steigung von 20 Prozent und erfordern einen sehr hohen und beschwerlichen Einsatz der Winzer. Man muss schon Weinkenner werden, um sich bei der Sortenvielfalt, die Württemberg bietet, auch die besten Weine herauszufischen.

Fast ausschließlich in Württemberg angebaut werden vor allem die Rotweine Lemberger und Trollinger. Besondere Weine oder auch für den Weinbau in Deutschland bedeutende Neuzüchtungen kommen, wie zum Beispiel auch der Dornfelder, aus Württemberg. Württemberg ist in Deutschland das viertgrößte Anbaugebiet. Die Württemberger sind aber auch die fleißigsten Weintrinker, der Konsum liegt hier deutlich höher, als das in anderen Gebieten der Fall ist. Die wichtigsten Rotweinsorten sind hier der Trollinger, der Lemberger und der Schwarzriesling, wobei der Trollinger am liebsten getrunken wird.

Württemberg liegt im Süden des Landes

und beginnt im nördlichen Bereich von Kocher-Jagst-Tauber. Das Weinbaugebiet zieht sich entlang dem Neckartal. Dazu gehören Städte wie Heilbronn, Stuttgart bis nach Tübingen. Auch das württembergische Ufer in Kressbronn am Bodensee darf bei der Aufzählung nicht fehlen. Am Bereich, der an Franken anbindet, entstehen vor allem spritzige Weißweine. Die Weinlagen bei Lindau sind weingeographisch ebenfalls Württemberg zuzurechnen.

Reben haben hier die besten Bedingungen.

Sie stehen in einem günstigen Mikroklima und nutzen dabei die hitzigen Böden aus Muschelkalk und Keuper. Ausgezeichnete Voraussetzungen für ausdrucksstarke Rotweine. Die Sommer in Württemberg sind heiß und die Herbsttage sind meist sonnig. Dadurch entstehen die hohe Qualität der Weine und auch die außerordentlich guten Erträge bei der Ernte. Hier machen sich immer ganz besonders Winterfröste bemerkbar, die zu großen Einbußen führen können. Aufgrund des kontinental geprägten Klimas kommt es allerdings eher selten vor.

Weinkenner werden die Steilhänge,

die sich im Neckartal befinden und von Stuttgart bis Esslingen reichen, kennen. Dort entstehen die fülligen und besonders charaktervollen Trollinger, die dieses Weinbaugebiet so berühmt gemacht haben. Aber auch rassige und sehr fruchtige Rieslinge und würzige Kerner erfreuen die Weinfreunde. Die Böden und das Klima sind ebenfalls wie geschaffen für Müller-Thurgau, Portugieser und Dornfelder. Bei Neuffen und in Metzigen herrscht Brauner Jura und vulkanischer Boden vor. Hier entstehen vor allem zartnervige und feine Weine wie Silvaner, Kerner, Spätburgunder und Müller-Thurgau. Da diese Reben am Fuß der Schwäbischen Alb wachsen, haben sie den Namen „Täleswein“ erhalten.

Württemberg hat eine Ertragsfläche von 11289 ha.

Hier entstehend 22 Prozent Trollinger, 18 Prozent Riesling, 15,6 Prozent Schwarzriesling, 13,4 Prozent Lemberger und 7,6 Prozent Spätburgunder. Den Rest teilen sich Müller-Thurgau, Kerner, Dornfelder, Samtrot, Acolon, Grauburgunder und Silvaner. Besondere Weine gibt es nur zu bestimmten Zeiten. Dazu zählen Eiswein und verschiedene Beerenauslesen. Die immer noch edelste Sorte ist der Lemberger, obwohl auch immer mehr ganz neue Sorten entstehen, so zum Beispiel Acolon, Cabernet Mitos, Cabernet Dorsa und Cabernet Dorio. Sie sind hervorragend geeignet für Rotwein-Cuvées.

Viele Weinbauern in Württemberg bewirtschaften ihre Rebflächen im Nebenerwerb und haben meist relativ kleine Parzellen. Die Betriebsgröße liegt durchschnittlich unter 0,6 ha. 16500 Weingärtnerfamilien arbeiten in den Weinberger in Württemberg, 14980 davon sind den Winzergenossenschaften angeschlossen.

Zu den größeren Weinerzeugern gehört

das Weingut Fürst Hohenlohe-Öhringen. Im Alleinbesitz des Weingutes befindet sich die Spitzenlage „Verrenberger Verrenberg“. Es handelt sich dabei um einen Südhang mit einer Steigung von 45 Grad. Die Reben werden von der Sonne verwöhnt an diesem Hang. Weinkenner werden vor allem den Chardonnay, den Sauvignon Blanc, den Weißburger, Lemberger, Trollinger, Merlot und Spätburgunder des Weinguts Fürst Hohenlohe-Öhringen schon einmal gekostet haben.

Ein weiterer wichtiger Weinerzeuger in Württemberg ist die Weingärtnergenossenschaft Dürrenzimmern-Stockheim. Von ihr werden bevorzugt Riesling und Lemberger angeboten. Diese Weingärtnergenossenschaft ist nicht nur die bemerkenswerteste, sondern auch die traditionsreichte in Deutschland. Sie bewirtschaftet die Weinberger im Weingebiet Zabergäu, eines der bedeutendsten Weingebiete für Rotwein innerhalb von Deutschland. Der Weinanbau hat hier nachweislich im Jahr 1147 begonnen. Den ersten Zusammenschluss von Winzern in diesem Gebiet gab es 1937. Heute besteht die Weingärtnergenossenschaft Dürrenzimmern-Stockheim aus 400 Mitgliedern mit einer Gesamtrebfläche von 215 Hektar.

Dritter im Bunde ist das Weingut Bentzel-Sturmfeder, vor allem durch den ausgezeichneten Riesling, aber auch Weinsorten wie Spätburgunder Cabernet-Dorsa, Grauburgunder, Samtrot und Lemberger bekannt. Das Weingut blickt auf eine 600jährige Tradition zurück. Es befindet sich im schwäbischen Schozach. Aufgrund des idealen Terrains, in dem sich die Weinanbauflächen befinden, ist es sowohl dem Geschäftsführer wie auch dem Kellermeister Holger Matz wichtig, aus diesem Potential zu schöpfen und besondere Weine und Spitzenweine hervorzubringen.

Viele Grüße
Detlef Brinkmann

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